• julianpavesi

Zurückkommen

Einchecken - Gepäck aufgeben - schnell durch die Kontrolle - ein Cappuccino, um die Wartezeit zu überbrücken, bis es an Bord geht - drei Stunden später bin ich zu Hause. Wie oft ich meine ID zeigen musste, weiss ich nicht mehr. Ich glaubte sie einmal aus meiner Brieftasche gefischt zu haben.


Dies war eine Reise, auf die die Menschen im Camp Jahre warten. Die längste Zeit, von der ich gehört habe, waren 5 Jahre. Über Jahre im Limbo zu sein, in der Ungewissheit wie es weitergeht - kaum ein Wunder, dass die Selbstmordrate so hoch ist. Ich habe die Narben an den Handgelenken einiger meiner Freunde aus dem Camp gesehen. Auch bei A., der die Handsehnen beim Versuch durchtrennt hat und seither seine Finger nicht bewegen kann.


Als Alternative legt man die Strecke illegal zurück, klammert sich unter einen LKW, der die Fähre nach Italien nimmt und hofft, dass man dabei nicht ins Getriebe kommt oder unter die Räder. Die Schmuggler verlangen dafür 1500 €. Ich habe von Familien gehört, die alles verkaufen, um einem ihrer Söhne die Überfahrt «Patras - Bari» zu ermöglichen.


All das, weil ihr Pass nicht die richtige Farbe hat.

Ich bin wütend, wütend über die Absenz von Menschlichkeit.



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